Ein Gärtner ist jemand, der im Winter gräbt und im Sommer gießt und dazwischen zuhört. Wir sind 14 Leute am Hof. Die sechs, die Sie hier sehen, treffen die Entscheidungen, die bei Ihnen im Garten ankommen. Die anderen acht machen den Großteil der Arbeit.
Planung, Kundengespräche, Angebote. Zeichnet jeden Garten selbst. Lieblingsstauden: Phlox, Astern, alles Hohe.
Baustellen, Maschinen, Materialeinkauf. Hat zwei Jahre Landschaftsbau in der Schweiz gelernt. Mag Trockenmauern.
Bindet seit 18 Jahren unsere Sträuße und Gestecke. Hat drei Lehrlinge ausgebildet, die heute eigene Geschäfte führen.
Geht jeden Morgen durch das Gewächshaus und weiß, welche Staude morgen aussehen wird. Offiziell in Pension.
Mein Großvater Wilhelm kommt aus einer Gärtnereifamilie aus Untertullnerbach. Er pachtet einen Halbmorgen Acker am Rand von Klosterneuburg, fährt täglich mit dem Karren nach Wien zum Naschmarkt, verkauft, kommt zurück, arbeitet bis Einbruch der Dunkelheit.
Mein Vater Friedrich, damals 21, kommt zurück aus der Lehre in München und übernimmt zusammen mit Wilhelm den Betrieb. Das erste Gewächshaus wird gebaut. Das steht bis heute.
Das Haus an der Wiener Straße 118 wird gekauft. Bis dahin hatten wir nur den Hof. Sabine, die später zur Meisterin wird, kommt 2008 in dieses Geschäft.
Nach einem Studium der Landschaftsarchitektur in Wien arbeite ich (Leonie) zunächst in einem Büro. 2011 komme ich nach Hause. Jakob kommt drei Jahre später, nach der Lehre in Rapperswil.
Wir steigen komplett auf biologische Anzucht um. Keine chemischen Pflanzenschutzmittel mehr. Das hat uns drei Jahre gekostet, die Saisonausfälle zu verstehen. Heute würden wir es wieder so machen.
Friedrich geht (offiziell) in Pension. In der Praxis ist er jeden Morgen vor allen anderen im Gewächshaus. Leonie und Jakob führen den Betrieb zusammen mit Sabine.
„Es gibt wenige Berufe, in denen man den eigenen Fehler erst nach drei Jahren sieht. In unserem schon.“ Jakob Hartmann, Bauleiter, über das Pflanzen mit Abstand